Corsair Neutron Series XT mit Phison PS3110-S10 Controller

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Mit der neuen Neutron Series XT hat Corsair seit Anfang des Jahres eine neue Flaggschiff-SSD-Serie im Portfolio. Die 2,5 Zoll große SSD besitzt eine Bauhöhe von 7 mm und ist mit dem leistungsstarken PS3110-S10 Controller von Phison ausgestattet. Dieser verfügt über acht Kanäle und wird von einer Quad-Core CPU angetrieben. Als Flash-Speicher kommt A19 MLC-NAND von Toshiba zum Einsatz. Auf dem Papier verspricht Corsair sequentielle Transferraten von bis zu 560 MB/s lesend und 540 MB/s beim Schreiben. Die IOPS bei zufälligen 4K-Zugriffen sollen 100.000 IOPS beim Lesen beziehungsweise 90.000 beim Schreiben betragen.

Die Corsair Neutron Series XT ist mit Speicherkapazitäten von 240 GByte, 480 GByte und 960 GByte erhältlich. Die aktuellen Straßenpreise betragen 145 Euro, 268 Euro bzw. 537 Euro. Die Lebensdauer des Flash-Speichers ist mit 124 Total Bytes Written (TBW) beziffert. Bei der Garantieleistung hebt sich Corsair ein wenig von den meisten anderen SSD-Herstellern ab und gewährt auf die Neutron Series XT fünf Jahre Garantie.

Hersteller
Serie
Corsair
Neutron Series XT
Kapazität 240 GByte 480 GByte 960 GByte
seq. Lesen bis zu 560 MB/s
seq. Schreiben bis zu 540 MB/s
Random Read 4KB QD32 bis zu 100.000 IOPS
Random Write 4KB QD32 bis zu 90.000 IOPS
Flash-Speicher Toshiba A19 MLC-NAND
Controller Phison PS3110-S10
Interface SATA 6Gb/s
Formfaktor 2,5 Zoll, 7,0 mm Bauhöhe
Gewicht 55 g
Haltbarkeit 124 TBW
Herstellergarantie 5 Jahre

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Mushkin Hyperion: M.2-SSD mit NVMe und Phison PS5007-E7 Controller

Mushkin Logo

Auf der CES 2015 in Las Vegas hat Mushkin einen Prototyp der neuen Hyperion-SSD präsentiert. Die SSD kommt im M.2-Formfaktor (Type 2280 und 22110) daher und ist mit dem PS5007-E7 Controller von Phison ausgestattet. Dieser unterstützt neben AHCI auch das neue NVMe-Protokoll und soll vor allem mit einer hohen Leistung überzeugen. Mushkin bewirbt die Hyperion mit sequentiellen Transferraten von bis zu 2,8 GB/s lesend und 1,2 GB/s schreibend. Im 4K-Bereich bei zufälligen Zugriffen sollen bis zu 50.000 IOPS lesend und 300.000 IOPS schreibend erzielt werden. Damit diese hohen Werte überhaupt erreicht werden können, verfügt die kompakte SSD über ein Interface mit PCIe 3.0 x4.

Die Mushkin Hyperion ist mit den vier Speicherkapazitäten 128 GByte, 256 GByte, 512 GByte und 1 TByte geplant. Obwohl sich der Phison-Controller aktuell in der Entwicklung befindet, soll das Laufwerk noch im ersten Halbjahr 2015 auf den Markt kommen. Einen genauen Termin und Preise nannte Mushkin nicht.

Hyperion (Bild: AnandTech)

Mushkin Hyperion (Bild: AnandTech)

Micron vergrößert NAND-Fabrik in Singapur

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Im Dezember 2014 hat Micron bekannt gegeben, dass man die NAND-Produktion in Singapur ausweiten möchte. Diese Woche erfolgte nun der Spatenstich für die Erweiterung der NAND-Fabrik, welche auf insgesamt 255.000 Quadratmetern entstehen soll. Die Bauarbeiten sollen Ende 2016 abgeschlossen sein, sodass ab 2017 die Serienproduktion starten kann. Insgesamt wird Micron dort rund 4 Milliarden US-Dollar investieren.

Mit der Fabrikerweiterung sollen primär neue Produktionskapazitäten für eine effiziente Produktion von 3D-NAND-Chips bereitgestellt werden. Außerdem sollen auch die Kapazitäten für bestehende Storage- und Speichertechnologien erweitert werden. Im Vergleich zu Samsung hängt Micron bei der Produktion von 3D-NAND-Chips deutlich zurück. Micron gab zu, dass der Kosten- und Leistungsvorteil von 3D-NAND bereits jetzt wirksam ist und man zu spät auf diese Technologie gesetzt habe. Während Samsung bereits die zweite Generation seines 3D-NANDs produziert, wird Micron erst im Laufe dieses Jahres die Produktion von 3D-NAND aufnehmen. Die zweite Generation befindet sich aber bereits in der Entwicklung.

Singapur ist ein wichtiger Standort von Micron. Aktuell arbeiten dort mehr als 7.000 Mitarbeiter in vier verschiedenen Bereichen: DRAM-Fabrik (300-mm-Wafer), NAND-Fabrik (300-mm-Wafer), NOR-Fabrik (200-mm-Wafer) und ein Assembly-Test-Center. Hier noch ein Google-Maps-Link, welcher die NAND-Fabrik von Micron in Singapur zeigt.

NAND-Fabrik in Singapur (Bild: Micron)

NAND-Fabrik in Singapur (Bild: Micron)

SandForce SF3700-Controller verzögert sich weiter

LSI Logo

SSDs mit SandForce-Controller sind mittlerweile fast komplett vom Markt verschwunden. Kein Wunder, denn die SF-2000-Familie wurde schließlich im Februar 2012 vorgestellt und hat immer noch keinen Nachfolger erhalten. Die neue SF-3000-Familie wurde zwar bereits im November 2013 vorgestellt, ist aber nach wie vor nicht verfügbar. Ursprünglich sollten im ersten Halbjahr 2014 große Stückzahlen des Controllers ausgeliefert werden. Auf der CES 2015 im Las Vegas gab es aber mal wieder ein Lebenszeichen vom SandForce SF3700.

ADATA hat auf der Messe einen Prototyp mit SF3739-Controller präsentiert, die als M.2-Modul (Type 2280) auf einer PCIe-Adapterkarte sitzt. Als Interface kommt PCIe 2.0 x4 zum Einsatz, da der Controller noch keine Unterstützung für PCIe 3.0 besitzt. Außerdem ist die Referenz-SSD mit 512 GByte NAND-Speicher von Toshiba (A19nm) ausgestattet. Sie soll laut ADATA Transferraten von 1.800 MB/s lesend und schreibend erreichen. Neben NVMe (Non-Volatile Memory Express) unterstützt der Controller auch das ältere AHCI-Protokoll.

TweakTown hat sich die Leistung des Prototyps genauer angesehen. Unter IOmeter konnte die SSD bei einem Mix aus 80 Prozent gelesenen und 20 Prozent geschriebenen Daten eine Transferrate von 1.291 MB/s erreichen. Beim reinen sequenziellen Schreiben mit einer Warteschlange von 64 erreichte der Prototyp 1.545 MB/s. Im Vergleich zum Konkurrenz-Controller 88SS1093 von Marvell sind dies ernüchternde Werte. Dank Unterstützung von PCI Express 3.0 soll der Controller von Marvell über 3 GB/s erreichen.

Trotz der erneuten Lebenszeichens sollen erste Produkte mit SF-3000-Controllern nicht vor dem Sommer erhältlich sein. Vermutlich werden auf der Computex 2015 erste konkrete SSDs vorgestellt werden.

Modell SF3719 SF3729 SF3739 SF3759
Anwendungsbereich Entry Client Mainstream Client Enthusiast Client
Value Enterprise
Enterprise Caching
Enterprise Storage
DuraClass-Technologie DuraWrite data reduction
Enhanced RAISE data protection
SHIELD error correction
Intelligent block management and wear leveling
Intelligent read disturb management
Intelligent garbage collection
Intelligent data retention optimization
Power/performance balancing
Thermal threshold management
Architektur SF3000
Host-Interface SATA 6 Gb/s
PCIe Gen2 ×2 (AHCI und NVMe)
SATA 6 Gb/s
PCIe Gen2 ×2/×4 (AHCI und NVMe)
Max. Speicherkapazität 128 GB 2 TB
Flash-Unterstützung MLC
9 Kanäle, bis zu 400 MT/s
ONFI 2/3, Toggle 1/2
MLC, TLC
9 Kanäle, bis zu 400 MT/s
ONFI 2/3, Toggle 1/2
SLC, eMLC, MLC, TLC
9 Kanäle, bis zu 400 MT/s
ONFI 2/3, Toggle 1/2
Sector-Größe-Unterstützung 512 Byte
Sicherheit Duale AES–256-Verschlüsselung
TCG Opal v2.0, IEEE-1667, Windows eDrive (optional)
TCG Enterprise (optional nur beim SF3759)
Zuverlässigkeit SHIELD-Fehlerkorrektur
Voller End-to-End-CRC-Schutz
Datensicherheit RAISE 1 + Fractional RAISE RAISE 1 + Fractional RAISE
RAISE 2
RAISE 1 + Fractional RAISE
RAISE 2 + Auto-Reallocation
Schutz bei Stromausfall FW + teilweise FW + teilweise + vollständig
Package 624-Ball FCBGA – 17 × 17 mm, 0,65 mm Abstand

Marvell 88SS1093: SSD-Controller mit PCIe 3.0 und NVMe

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Marvell hat seinen neuen SSD-Controller mit der Bezeichnung 88SS1093 bereits im August 2014 angekündigt. Neben NVMe (Non-Volatile Memory Express) unterstützt dieser auch PCI Express 3.0. Auf der CES 2015 in Las Vegas hat Marvell nun erstmals einen Prototyp gezeigt, der mit dem neuen Controller ausgestattet ist. In einer kurzen Demonstration erreichte der Prototyp eine Datenrate von rund 2,9 GB/s. Bis zur Veröffentlichung erster Produkte soll aber noch die Marke von 3 GB/s fallen.

Der 88SS1093-Controller wird im 28-nm-Prozess gefertigt und ist mit drei CPU-Kernen ausgestattet. Insgesamt unterstützt der Controller bis zu 2 TByte NAND-Flash, egal ob SLC, MLC, TLC oder 3D-NAND. Er soll über acht Kanäle verfügen und unterstützt neben NVM Express zudem auch das ältere AHCI-Protokoll. Dank der geringen Größe soll der Controller neben herkömmlichen 2,5-Zoll-SSDs auch bei SSDs im M.2-Formfaktor zum Einsatz kommen. Zusätzlich beherrscht der Controller den Stromsparmodus L1.2 (ähnlich DevSleep).

Samples des Marvell 88SS1093 wurden bereits an Kunden versendet, die den Chip aktuell bemustern. Erste Produkte sind laut Aussage von Marvell im Sommer 2015 zu erwarten. Konkrete Produktankündigungen gibt es noch nicht.

Marvell 88SS1093 Controller

Crucial stellt MX200 und BX100 vor

Crucial Logo

Crucial hat auf der CES 2015 in Las Vegas zwei neue SSD-Serien vorgestellt. Neben der BX100 als neue Einstiegsserie wurde auch die MX200 vorgestellt, welche jedoch nicht den Nachfolger der MX100-Serie darstellt. Die Verfügbarkeit beider SSD-Serien soll noch während des ersten Quartals 2015 gegeben sein.

Crucial MX200

Rund ein halbes Jahr nach Einführung der MX100 hat Crucial den zweiten Vertreter der MX-Familie veröffentlicht. Die MX200 ist das neue Flaggschiff von Crucial und beerbt somit die M550. An der technischen Basis hat sich im Vergleich zur MX100 auf den ersten Blick wenig geändert. Als Controller kommt nach wie vor der Marvell 88SS9189 zum Einsatz und auch beim verbauten 16-nm-MLC-Flash von Micron gibt es keine Änderung. Die sequenziellen Transferraten liegen bei 555 MB/s lesend und 500 MB/s schreibend. Bei zufälligen 4K-Zugriffen gibt Crucial 100.000 IOPS beim Lesen und 87.000 beim Schreiben an.

Bei der kleinsten Variante mit 250 GByte setzt Crucial auf „Dynamic Write Acceleration“, um die normalerweise geringere Leistung bei kleineren Modellen auszugleichen. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Schreibcache aus Pseudo-SLC-Speicher, ähnlich wie bei Samsungs TurboWrite oder SanDisks nCache Technik. Ein Teil des freien MLC-Speichers wird im schnelleren SLC-Modus angesprochen und kann dadurch die niedrigere Schreibleistung bei kleinen SSDs ausgleichen. In Leerlaufphasen werden die Daten dann in den MLC-Speicher übertragen.

Die Crucial MX200 ist mit Speicherkapazitäten von 250 GByte, 500 GByte und 1 TByte erhältlich. Während die größte Variante mit 1 TByte lediglich als herkömmliches 2,5-Zoll-Laufwerk verfügbar ist, werden die beiden kleineren Varianten auch im mSATA- und M.2-Formfaktor (Type 2260 und 2280) angeboten. Erwähnenswert ist die hohe Lebensdauer von 80 TBW (250 GByte), 160 TBW (500 GByte) bzw. 320 TBW (1 TByte). Die MX100 bietet im Vergleich dazu durchgehend 72 TBW. Die Garantiezeit beträgt trotz der hohen Flash-Lebensdauer nach wie vor nur drei Jahre. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 135,90 Euro, 242,90 Euro bzw. 456,90 Euro.

Crucial MX200

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Crucial BX100

Die neue Einstiegsserie BX100 soll vor allem mit einem günstigen Preis punkten. Die UVP liegt laut Crucial bei 67,90 Euro (120 GB), 106,90 Euro  (250 GB), 194,90 Euro (500 GB) und 388,90 Euro (1 TB). Sofern sich eine breite Verfügbarkeit eingestellt hat, dürften die Straßenpreise aber relativ schnell darunter liegen.

Als Controller kommt der relativ unbekannte Silicon Motion SM2246EN zum Einsatz. Dieser ist beispielsweise bei der Corsair Force Series LX oder ADATA Premier SP610 vorzufinden. Beim Flash-Speicher geht Crucial keine Experimente ein und verbaut wie bei der MX200 16-nm-MLC-NAND-Flash von der Konzernmutter Micron. Die maximalen Transferraten liegen bei 535 MB/s lesend und 450 MB/s schreibend. Die Lebensdauer ist wie bei der MX100 mit 72 TBW spezifiziert.

Crucial BX100

Hersteller
Serie
Crucial
MX200
Crucial
BX100
Crucial
MX100
Kapazität 250 / 500 / 1.000 GByte 120 / 250 / 500 / 1.000 GByte 128 / 256 / 512 GByte
seq. Lesen bis zu 555 MB/s bis zu 535 MB/s bis zu 550 MB/s
seq. Schreiben bis zu 500 MB/s bis zu 185 / 370 / 450 / 450 MB/s bis zu 150 / 330 / 500 MB/s
Random Read 4KB QD32 bis zu 100k IOPS bis zu 87k / 87k / 90k / 90k IOPS bis zu 80k / 85k / 90k IOPS
Random Write 4KB QD32 bis zu 87k IOPS bis zu 43k / 70k / 70k / 70k IOPS bis zu 40k / 70k / 85k IOPS
Flash-Speicher Micron 16 nm MLC NAND ONFi 3.0
Controller Marvell 88SS9189 Silicon Motion SM2246EN Marvell 88SS9189
Interface SATA 6Gb/s
Formfaktor 2,5 Zoll, mSATA, M.2 2,5 Zoll
Abmessungen (L x B x H) 100,5 x 69,85 x 7,0 mm
Gewicht 70 g
MTBF 1,5 Millionen Stunden
Haltbarkeit 80 / 160 / 320 TBW 72 TBW
Herstellergarantie 3 Jahre

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Crucial M550 erhält Firmware-Update MU02

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Vor einigen Tagen hat Crucial ein Firmware-Update für seine M550-SSDs veröffentlicht. Die neue Firmware erhöht die Versionsnummer von „MU01“ auf „MU02“ und ist für alle Formfaktoren gültig. Das Update sorgt unter anderem für eine erhöhte Stabilität und Zuverlässigkeit der M550-SSDs und behebt auch einige kleine Fehler.

Die Installation des Updates kann wahlweise mit dem neuen Crucial Storage Executive Tool oder mit Hilfe einer bootfähigen ISO-Datei erfolgen, wobei die erste Variante deutlich einfacher und schneller ist. Laut Crucial bleiben bei beiden Möglichkeiten alle Daten auf der SSD erhalten. Dennoch sollte vor dem Firmware-Update wie immer ein Backup erstellt werden.

Crucial Storage Executive Firmware-Update

Nachfolgend noch ein Blick auf alle Änderungen der neuen MU02-Firmware:

  • Improved stability, Efficiency, and Performance during power state transitions
  • Improved handling of environments with unstable power supplies
  • Improved handling of environments with SATA interface signal integrity issues
  • Improved response time for SMART read commands
  • Corrected error handling NCQ Trim Commands
  • Corrected reporting of SMART Attribute 5

Download M550 Firmware-Update MU02
Download Crucial Storage Executive

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Crucial veröffentlicht SSD-Tool „Crucial Storage Executive“

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Anfang Januar hat Crucial auf der CES 2015 in Las Vegas die beiden neuen SSD-Serien MX200 und BX100 vorgestellt. Darüber hinaus hat der Hersteller erstmals ein eigenes SSD-Tool zur Verwaltung von Crucial-SSDs veröffentlicht. Das Tool hört auf den Namen Crucial Storage Executive und steht kostenlos als 32-Bit- sowie als 64-Bit-Version zum Download bereit. Es ist lediglich unter Windows lauffähig und setzt Windows 7 oder höher voraus. Aktuell unterstützt das Tool folgende SSD-Modelle: M500, M550, MX100, MX200 und BX100.

Konkret bietet Crucial Storage Executive folgenden Funktionsumfang:

  • Speicherbelegung, Temperatur und Total Bytes Written (TBW) anzeigen
  • Laufwerksintegrität überwachen
  • Modellnummer und weitere Informationen der SSD überprüfen
  • S.M.A.R.T.-Status auslesen
  • Firmware-Updates einspielen
  • SSD Secure Erase
  • Zurücksetzen des Passwortes für die Verschlüsselung (Stichwort PSID-Reset)

Download Crucial Storage Executive

Crucial Storage Executive

SSD Secure Erase mit Parted Magic

Zum vollständigen Löschen bzw. Zurücksetzen von SSDs ist ein Secure Erase notwendig. Neben diversen Herstellertools, die jedoch nicht mit fremden SSDs kompatibel sind, kann ein Secure Erase auch mit hdparm unter Linux durchgeführt werden. Dies funktioniert mit allen modernen SSDs, ist aber deutlich aufwendiger als mit den Herstellertools.

Eine gute Alternative ist ein Secure Erase mit der Live-Distribution Parted Magic. Parted Magic kann von einem bootbarer USB-Stick gestartet werden und bietet eine intuitive GUI, die auf hdparm aufsetzt. Aus diesem Grund ist Parted Magic eine einfache und zuverlässige Möglichkeit zur Durchführung eines Secure Erase.

Vorgehen

Nachfolgend beschreibe ich euch, wie ihr einen Secure Erase mit Parted Magic durchführen könnt.

  1. Im ersten Schritt muss Parted Magic heruntergeladen werden. Seit September 2013 ist Parted Magic jedoch kostenpflichtig. Die letzte kostenlose Version (2013.08.01) wird aber noch von Chip zum Download angeboten.
  2. Anschließend wird ein bootfähiger USB-Stick erstellt. Hierfür empfehle ich das kleine Tool Rufus. Ihr müsst nur den USB-Stick und die ISO-Datei auswählen und auf „Start“ klicken. Einfacher und schneller wird es kaum mit einem anderen Tool funktionieren. Alternativ kann die ISO-Datei natürlich auch auf eine CD gebrannt werden.
    Parted Magic Rufus
  3. Jetzt muss von dem gerade erstellten USB-Stick gebootet werden. Als Bootoption sollte in fast allen Fällen Möglichkeit 2 „Default settings 64 (Runs from RAM)“ ausgewählt werden. Sollte dies nicht funktionieren kann auch Möglichkeit 1, 4 oder 3 genutzt werden.
    PartedMagic_1
  4. Sobald der Desktop erscheint kann das benötigte Tool über das Startmenü gestartet werden. Dazu im Startmenü „System Tools“ und „Erase Disk“ auswählen.
    PartedMagic_2
  5. Im ersten Dialog muss die unterste Option „Internal Secure Erase command writes zeroes to entire data area“ ausgewählt werden.
    PartedMagic_3
  6. Anschließend wird eine Liste mit allen SSDs angezeigt, die einen Secure Erase unterstützen. Dort wird der Haken bei der gewünschten SSD gesetzt und der Vorgang mit einem Klick auf „OK“ bestätigt.
    PartedMagic_4
  7. Wenn sich die gewählte SSD im Zustand „frozen“ befindet, kann diese nicht gelöscht werden. Ein Dialog erscheint und schlägt vor, den Computer in den Schlafmodus zu versetzen. Ein Klick auf den Button „Sleep“ erledigt das für uns. Nach dem Aufwecken befindet sich die SSD im Zustand „not frozen“ und kann jetzt gelöscht werden. Die Schritte 4 bis 6 müssen erneut durchgeführt werden.
    Wenn dieser Dialog nicht erscheint, einfach direkt mit dem nächsten Schritt fortfahren.
    PartedMagic_5
  8. Der nächste Schritt erfordert ein Passwort. Hier kann die Vorgabe „NULL“ mit Klick auf „OK“ übernommen werden.
    PartedMagic_6
  9. Die folgende Sicherheitswarnung akzeptieren wir und bestätigen diese mit einem Klick auf „Yes“.
    PartedMagic_7
  10. Sofern die SSD „Enhanced Secure Erase“ unterstützt, erscheint ein weiterer Dialog. Dieser sollte mit „Yes“ bestätigt werden.PartedMagic_7_2
  11. Während des Secure Erase Vorgangs erscheint ein Mitteilungsfenster, welches über den laufenden Vorgang informiert.
    PartedMagic_8
  12. Nach erfolgreichem Secure Erase erscheint ein Infodialog. In meinem Beispiel dauerte der Secure Erase sieben Sekunden. Mit einem Klick auf „Close“ wird das Tool beendet.
    PartedMagic_9

SSD Secure Erase unter Linux mit hdparm

Viele SSD-Hersteller bieten mittlerweile entsprechende Tools zur Verwaltung ihrer SSDs an. Neben diversen anderen Aufgaben lässt sich damit oftmals auch ein Secure Erase durchführen, allerdings nur bei den SSDs von diesem Hersteller. Eine allgemeine Möglichkeit für einen Secure Erase bietet hdparm unter Linux. Diese Variante ist herstellerunabhängig und sollte bei allen modernen SSDs funktionieren.

Besonders empfehlenswert für diesen Einsatzzweck sind Live-CDs oder ein bootbarer USB-Stick mit einer entsprechenden Linux-Distribution. Für einen Secure Erase mittels hdparm darf die SSD nicht gemounted sein, weshalb sich vor allem die beiden vorher genannten Möglichkeiten anbieten. Außerdem sollte die SSD direkt mit dem SATA-Controller auf dem Mainboard verbunden sein. Hardware-RAID-Controller oder andere Anschlüsse wie beispielsweise USB- und Firewire sollten nicht verwendet werden.

Vorgehen

Hier zeige ich euch, wie ihr einen Secure Erase unter Linux mit hdparm durchführen könnt. Ich setze dabei immer sehr gerne auf Ubuntu, wie ihr auch an den folgenden Screenshots erkennen könnt.

  1.  Nach dem Booten von Linux muss ein Terminal geöffnet werden. Anschließend werden Root-Priviliegien benötigt, die mit folgendem Befehl erlangt werden können:
    sudo -i
  2. Im zweiten Schritt muss die zu löschende SSD identifiziert werden. In meinem Beispiel ist dies die Samsung SSD 840 PRO. Der folgende Befehl listet alle angeschlossenen Festplatten und SSDs auf:
    hdparm -i /dev/sd?

    hdmparm
    Meine Samsung SSD 840 PRO befindet sich also unter „/dev/sdb“.

  3. Jetzt muss überprüft werden, ob die SSD gelöscht werden kann, d.h. sich im Zustand „not frozen“ befindet. Dies kann mit folgende Befehl herausgefunden werden:
    hdparm -I /dev/sdb

    hdmparm
    In meinem Beispiel befindet sich die SSD im Zustand „not frozen“ und kann gelöscht werden. Bei der Ausgabe ist auch schön zu erkennen, dass die SSD Secure Erase unterstützt („supported: enhanced erase“). In diesem Fall kann man direkt zu Schritt 4 springen.

    Viele Mainboards blockieren das „ATA Secure Erase“-Kommando aus Sicherheitsgründen, sodass die SSD nicht aus Versehen gelöscht werden kann. Sollte die SSD also „frozen“ sein, dann muss der Zustand erst auf „not frozen“ geändert werden. Oftmals hilft es, wenn das Datenkabel der SSD im laufenden Betrieb ab- und wieder angesteckt wird. Bei einigen SSDs muss zudem auch noch das Stromkabel entfernt werden. Falls beides nicht funktioniert sollte die SSD an einem anderen SATA-Port wieder angesteckt werden. In Einzelfällen kann auch eine andere Linux-Distribution oder ein anderer PC die Lösung sein.

  4. Ab jetzt beginnt der etwas heikle Teil. Alle Daten auf der angegebenen SSD werden unwiederbringlich gelöscht. Zunächst muss das ATA-Security-Passwort auf der zu löschenden SSD gesetzt werden. In meinem Beispiel lautet der Befehl dazu folgendermaßen:
    hdparm --user-master u --security-set-pass test /dev/sdb
  5. Anschließend folgt der eigentliche Lösch-Befehl, der auch das ATA-Security-Passwort wieder entfernt:
    hdparm --user-master u --security-erase test /dev/sdb

    hdmparm

  6. Der Secure Erase kann unterschiedliche lange dauern, sollte in den allermeisten Fällen aber nach wenigen Sekunden abgeschlossen sein. Moderne SSD-Controller wenden automatisch eine Verschlüsselung an, wodurch bei einem Secure Erase lediglich der Kryptoschlüssel neu generiert werden muss.

Quellen